Rahmi Oruç Tekke

Rahmi Oruc Tekke

Arbeit und Erleben aus Sufitraditionen

Die Tekke

Ist benannt nach dem Sufimeister und Lehrer Rahmi Oruc Güvenc. Gernot Galib Stanfel, der Leiter der Tekke, war 28 Jahre Schüler und viele Jahre Assistent von Oruc Güvenc bei Seminaren, Reisen und traditionellen Sufi Ritualen. Oruc Güvenc war auch öfter zu Gast im Alten Forsthaus.

Galib erhielt nach einigen Jahren Schülerschaft von Rahmi Oruc  die schriftliche Erlaubnis sowie die Gebete zur Abhaltung und Leitung diverser Rituale wie Sohbet (Lehrgespräch), Dhikr (Meditation), Sema und Semah (Drehtanz und Gebetstanz) oder Halvet (Derwischklausur) übertragen. Diese hielt er zuerst viele Jahre unter "Supervision" seines Lehrers und in Folge mit der Erlaubnis nach Bedarf und Notwendigkeit unter Bewahrung und Achtung der Traditionen in eigener Verantwortung. 

Unsere Tekke ist ein Ort der Zusammenkunft in einem privaten Raum, in der diese Traditionen sicher, verantwortungsvoll und mit Erlaubnis aus den Traditionen, gemeinsam gelebt, erlebt und gepflegt werden. Alle Interessierten mit gutem Willen, egal welchen Hintergrundes, sind willkommen! Unser Weg steht allen Menschen, egal welcher Religion, Nation oder Ethnie sie angehören, offen und steht in keinerlei politischem Kontext. 
Die Herausforderungen unserer Zeit lassen keinen Raum mehr für das errichten von Trennendem, sondern brauchen das Erfahren von Verbindendem!

Nach dem Übergang von Rahmi Oruc in die andere Dimension wurde vor der Tekke beim Alten Forsthaus ein Makam (Erinnerungsort) für ihn errichtet. 
 

Und noch etwas:

Wie jedes Wissen, ist auch dieses nicht vor Missbrauch und selbstermächtigter Autorität geschützt. Auch vor der Falle und Krankheit der menschlichen Egozentrie und Selbstüberhöhung ist niemand geschützt und es bedarf für jeden andauernde Wachsamkeit in diese Richtung. Bei der gemeinsamen und individuellen Arbeit der Hingabe und des Herzens, basierend auf einer seriösen spirituellen und religiösen Tradition, werden solche Aspekte noch sensibler und wichtiger. Um eine Abgrenzung zu, auf andere Art basierten Dingen, zu erleichtern, helfen die Nachweise schriftlicher und symbolisch -  materieller Erlaubnisse aus den Traditionen, mit ihnen arbeiten zu dürfen. Diese unterscheiden sich aber von einer wohlwollenden informellen Unterstützung und sind konkret nachweisbar Schriftstücke und / oder Gegenstände, so dass die Erlaubniskette Silsile zurück über die jeweiligen Lehrer, die Gründer von Traditionen Pirs, meistens die Familie des Propheten Muhammad (a.s.) und schließlich den Propheten selbst zurückgeführt werden kann. 

Sehr äußerlich Ähnliches, das aber keine explizite Erlaubnis im engeren Sinn der Tradition hat, auch wenn man sich vielleicht, aber schlussendlich nicht nachweisbar, darauf oder sogar die selbe Quelle berufen mag, ist von außen oft nur schwer zu unterscheiden. Unbemerkt können solche Praktiken aber in Unerwünschtes abgleiten, ja, wir kennen sogar Beispiele wo die Weltgeschichte von solchen Praktiken negativ beeinflusst wurde. 
Die Arbeit im spirituellen und religiösen Kontext ist entsprechend den Richtlinien unserer Gesellschaft explizit von Therapie oder "Heilung" mit medizinischem Anspruch zu unterscheiden und nicht unzulässig zu vermischen.  

Das Missachten dieser Kriterien kann dazu führen, dass sich vertrauensvoll hinwendende Menschen, mehr schädigen, als sie Nutzen zu erfahren hofften.

In der letzten Zeit ist das Interesse an fundierten islamisch-spirituellen Traditionen und diese im Leben umzusetzen gewachsen. Dabei gibt es viele vorurteilsmäßige Vorstellungen, die unterschiedlicher Art sein können. Halten die einen es aus der Sicht der strukturierten aber ansonsten uninformierten Religion heraus für inhaltlich bedrohlich und nicht im religiösen Sinne "erlaubt", bewerten es andere nach rein äußerlichen Aspekten, von denen sie einmal irgendwo gehört, oder die sie im Fernsehen gesehen haben und fordern diese dann genau entsprechend dem Gesehenen ein. Damit betrachten sie es aber nur aus  einer oberflächlichen Perspektive, oft mit dem Wunsch, einen bestimmten kulturellen Aspekt wiederbeleben zu wollen, ohne sich die essenziellen Aspekte des Sufismus zu erschließen.

Der andere Pol dazu ist die Vorstellung, dass all dies unabhängig und außerhalb der gesamtislamischen Tradition stehen würde und diese Basis dafür nicht notwendig sei. Übrig bleiben, sich in Beliebigkeit und zeitgemäßer Esoterik ergehende "Einheits" Rituale, die sich sich zwar äußerlich auf Namen und Fragmente von Sufi Traditionen berufen, Erlaubnisketten vorspiegeln, bei näherer Betrachtung sich aber aller möglicher Versatzstücke aus unterschiedlichen Religionen oder selbst definierten "schamanischen" oder gar nicht definierten "energetischen"  Elemente  bedienen. Das aber  ohne wirklicher Verbindung mit der Tiefe der Sufi Traditionen, sondern eher mit den möglicherweise problematischen Aspekten der Persönlichkeit der als "Meister" auftretenden Führungspersonen.

Für beides, das Erfahren der Form und des Inhalts, ist eine verlässliche und lebendig gehaltene Tradition notwendig, die der Zeit entsprechen gelebt wird, aber den Inhalt zeitlos hält. Der Urglaube des Menschen wurde schließlich, nach dieser Sichtweise,  dem ersten Menschen und Prophet Adam (a.s) eingegeben und ist in jedem Menschen grundgelgt. Aus diesem Urglauben, der Hingabe aus Liebe,  haben die Menschen die unterschiedlichen Religionen gemacht haben.

"Die Wahrheit war ein Punkt, die Unwissenden haben ihn vermehrt" (Ausspruch von Ali ibn Abu Talib)

siehe auch:

Radiosendung ORF Ö1: 
 "Lebenskunst" vom 17. 12. 22023
  mit einem Beitrag über Mevlana Rumi

Publikation:
"Ahmed Celaleddin Dede, Kronprinz Rudolf von Österreich und der Umbruch der Zeit."
Über die vermutliche Begegnung eines der letzten Großmeister der Mevlevi Tarikat und Kronprinz Rudolf von Österreich
Auf der Themen & Veröffentlichungen PDF  gratis herunterladen

Podiumsgespräch 
mit Fawzia al-Rawi und Andrea Hiller im Aktionsradius Augarten: Sufismus und Mevlana Rumi (Video) und im Radio Augarten 

Vortrag 
im Rahmen der interreligiösen Online Fortbildung Open Reli, zusammen  mit Guntram Ferstl zum Thema Mystik Nach Guntram Ferstl, der über eine Studie betreffend dem Zugang der Schüler und Schülerinnen im Religionsunterricht aus buddhistischer Perspektive berichtete, führte Galib  in die islamische Mytik, den Tasawuf  oder Sufismus ein.

 Masterarbeit
von Margarethe Christine Bendix zum Thema  “Whirling between Sema and Dance - A transnational perspective on the transfer of whirling rituals in Austria and Turkey” Sie untersucht darin verschiedene Sema Veranstaltungen die sie besucht hat und den transantionalen Aspekt sowie die verschiedenen Intentionen  Sema  zu praktizierenden und deren Wirkung auf Teilnehmer / Zuseher.

Text
Was sind eigentlich "Sufis"?  Überreligiöse Esoteriker oder muslimidche Tiefenschürfer?
Ein
Text versucht Antwort zu geben.

Termine:


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Gemeinsamer Dhikr 

Jeden Donnerstag in der Tekke 19.30 Uhr :
 Info und Anmeldung

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Online Dhikr via Zoom 

Dienstag um 20.30 .
Info und Anmeld

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 Semaabend 
Haus des Friedens, Albrechtsbergergasse 9/7

24. Februar  2024
20.00 - 22.00 Uhr 

Info und Anmeldung

Rahmi Oruc Makam im  Winter

Tekke

Freiluft Tekkenraum 

Fernsehaufnahmen in der Tekke

3 Tage Sema 2019

Cay nach dem Online Dhikr

Sema beim Besuch einer Schulklasse in der Tekke

Rahmi Oruc Tekke, Seminar

Von 2018 - 2020 befand sich die Rahmi Oruc Tekke in Wien 15